Aufgaben des Deichverbandes
Deichverteidigung
Im Falle eines Rheinhochwassers ist der Deichverband Friemersheim für die Verteidigung seiner Deiche zuständig. Deichverteidigung heißt in erster Linie, dass die Deiche bei Hochwasserlagen ständig von so genannten Deichwachen, nach einem festgelegten Arbeitsplan in Abhängigkeit zum Ruhrorter Pegel, kontrolliert werden.
Dabei wird insbesondere am landseitigen Fuß des Deiches auf den Austritt von Qualmwasser geachtet. Bei Qualmwasser handelt es sich um Wasser, das durch den Druck des Hochwasser führenden Flusses unter dem Deich hindurch gedrückt wurde und auf der Landseite des Deiches wieder austritt.
Weitere Maßnahmen, wie das Aufstocken des Deiches durch Sandsäcke, werden nicht vom Deichverband in Eigenregie unternommen, sondern durch die Feuerwehr und beauftragte Firmen und das technische Hilfswerk auf Anforderung des Deichverbandes.
Bei dem Winterhochwasser 1969 / 1970 wurde am Deich im Bereich der Kläranlage Rheinhausen der Austritt von Qualmwasser beobachtet, und eine Absicherung des Deiches durch Sandsäcke wurde vorgenommen, was die bisher letzte Maßnahme dieser Art in der Geschichte des Deichverbandes war.
An der gleichen Stelle wurden bei den Rheinhochwassern 1993 und 1995 Undichtigkeiten im Deich festgestellt, eine Absicherung durch Sandsäcke war damals aber nicht notwendig. Seit der Sanierung des Deiches, die im Jahre 2003 abgeschlossen wurde, kam es zu keinem Austritt von Qualmwasser mehr.